Kanaldeckel – Schachtdeckel – Geschichte

Posted by Dam - 28. September 2011 - Allgemein, Schachtabdeckungen - No Comments
Ein Schachtdeckel ist eine Abdeckung unterhalb eines Schachtes, durch die man steigen kann um den darunter liegenden Schacht zu reparieren oder zu warten, dabei hat nicht jeder Deckel den wir im Straßenverkehr oder auf verkehrsberuhigten Flächen sehen, zwangsläufig einen darunter liegenden Schacht. Es gibt auch kleinere Öffnungen im Belag oder auf Bürgersteigen die keine Schächte darunter liegen haben, denn  dort sind auch Absperrventile für z.B. städtische Versorgungsleitungen zu erreichen. Zudem benötigen Gas- und Elektrizitätswerke sowie Telefongesellschaften Zugänge zu Ihren Versorgungsleitungen die zumeist im Boden verborgen sind und auch hier spricht man von Schachtdeckeln, Schachtabdeckungen, Kanaldeckeln oder Brunnendeckeln.

Oft sind Kanaldeckel in der Vergangenheit reich verziert gewesen und zeigen demnach ein Stück Industrie- bzw. Kulturgeschichte. Jeder weiß um die Existenz der Schachtdeckel, aber Beachtung finden nur die wenigsten. Im Gegenteil, Scateboardfahrer, Motorradfahrer und teilweise sogar Autofahrer weichen diesen Schachtabdeckungen aus und sogar Fußgänger laufen ungern direkt über diese Abdeckungen – die aus Guß, Aluminium, Edelstahl, Kunststoff, Glas, Messing oder Stahl sein können.

Es gibt gute Gründe gerade in alten Städten einmal etwas genauer hin zu schauen, denn oft sind diese Schachtdeckel liebevoll gestaltet, in hoher handwerklicher Kunst und zeigen Details über industrielle Besitzverhältnisse oder Warenströme ihrer jeweiligen Epoche. Diese Schachtdeckel sind aber oft recht undankbar positioniert. „Geschichte unter unseren Füßen“ die wir mit Füßen belaufen bzw. treten. Fotosammlungen gibt es viele und sogar eine Kanaldeckelsammlerszene die sich auf das Sammeln von Fotos beschränkt, denn das physiche zusammentragen von Kanaldeckeln würde jeden Sammler schnell an die Grenzen der Machbarkeit bringen.

kleine Geschichte der Schachtdeckel:

 

Im alten Rom wurden Kanalgitter entwickelt um Objekte aufzuhalten die hineingefallen oder hineingeworfen worden sind, aber auch um Passanten zu schützen. Die Kanalgitter waren meist aus Stein.  Heutige Schachtdeckel sind aus Edelstahl, Stahl oder Aluminium.

Schachtdeckel oder auch Schachtabdeckungen können geöffnet werden und ermöglichen einen Abstieg in den Kontrollschacht, bzw. das Kanalsystem und können rückstausicher, brandsicher, gas- und tagwasserdicht und/oder geruchsdicht sein. Kleine Öffnungen, sogenannte Lüftungsöffnungen können vorhanden sein, die so klein sind, das nichts hineinfallen kann. Sollte doch einmal etwas hineinfallen, so wird dieser Gegenstand duch ein meist vorhandenes Sieb (Schmutzfänger) aufgehalten. Seit 1991 gibt es eine gültige EU-Norm (EN 124) für Kanaldeckel. Außerhalb der EU wird diese Norm in Europa meist freiwillig angewendet.

Ältere Kanaldeckel sind und waren oft mit einem Stadtwappen ausgeprägt.

Im Bereich der Feuerwehr ist die Schachtabdeckung ein mit Wasser oder Sand gefüllter Sack, welcher von der Feuerwehr verwendet wird, um das Einlaufen schädlicher Flüssigkeiten in die Kanalisation zu verhindern. Der Sack wird auf den Kanaldeckel gelegt und mit Wasser gefüllt. Das dadurch entstehende Gewicht sorgt für ein dichtes Verschließen des Kanalschachtes. Neuerdings finden hier auch Schachtabdeckungen aus Magnetfolien ihren Einsatz die einfach auf den Deckel aufgelegt werden und haften. Meist ist die Obersteite rot-weiß gestreift, damit diese nach dem Einsatz nicht vergessen wird.

 

 

Lesen Sie mehr dazu bei Wikipedia:

Schachtdeckel – Wikipedia

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